Plastik
It’s all about plastic

It’s all about plastic

 

Es ist Weihnachten. Daher wünsche ich euch frohe Feiertage. Hoffentlich bleibt ihr von Stress und Krankheit in diesen Tagen verschont. In unserem Familienkreis grasiert dieses Jahr wieder alles von Erkältung bis Magen-Darm. Daher haben wir kurzfristig erneut umplanen müssen. Wenn ich zynisch sein will, nenne ich es das alljährliche Weihnachtschaos.

Was mir in diesen Tagen besonders auffällt, ist vor allem eines: der viele Verpackungs- und Plastikmüll, der anfällt.

 

Das Zeitalter des Plastiks

“Nach der Eisenzeit, der Bronzezeit, kommt nun die Zeit des Plastiks.” Mit diesem Zitat beginnt der Dokumentationsfilm “Plastic Planet” von Werner Boote. Seit 1960 sind Kunststoffe auf dem Vormarsch. Kein Material hat bisher einen so großen globalen Einfluss auf den Planeten und sämtliche Ökosysteme gehabt wie es Plastik hat. Dabei handelt es sich keinesfalls um einen positiven Einfluss.

Ich habe die Feiertage intensiv dazu genutzt, um mich mehr in die Plastik-Thematik einzuarbeiten. Dabei habe ich vieles erfahren, das ich nun mit euch teilen will. Ich selbst hatte bisher die Auswirkungen von Plastik auf Mensch, Tier und Natur massiv unterschätzt.

Wo fange ich am besten an? Ich denke, dass die ökologischen Auswirkungen bekannter sind, als die toxischen Wirkungen auf den Menschen. Daher werde ich zunächst auf letztere eingehen.

 

Plastik: Gift, das permanent konsumiert wird

Die großen, multinationalen Konzerne geben sich größte Mühe und investieren viel Lobbyarbeit, um uns Konsumenten glauben zu machen, dass Plastik sicher und gesundheitlich unbedenklich ist. Wir sind mittlerweile so von Kunststoffen umgeben, dass es uns oft gar nicht mehr auffällt. Manchmal ist es sogar in Produkten versteckt, von denen frau gar nicht vermutet, dass es Plastik enthalten könnte. Zum Beispiel in Kosmetik, Zahnpasta, Duschgel… Genau das macht es so gefährlich.

Hier nun einige Fakten:

Bereits bei einer Temperatur von 30°C lösen sich flüchtige Stoffe wie Weichmacher oder auch das bekannte synthetische Hormon Bisphenol A, das wie Östrogen wirkt. Wenn die Weichmacher im Plastik langsam entweichen, zerfällt auch der Kunststoff. Schließlich werden die Mono- und Polymere des Plastiks nur durch diese Zusatzstoffe weich, elastisch und vor allem zusammen gehalten.

Besitzt ihr Tupperware? Solange diese unbeschädigt ist und nicht erwärmt wird, könnte man noch behaupten, dass es gute Aufbewahrungsmöglichkeiten für Lebensmittel sind. Doch sobald auch nur der erste Kratzer vorhanden ist, ist auch die Kunststoffoberfläche beschädigt. Hierüber entweichen wieder Weichmacher und andere chemische Zusatzstoffe.

Auch säurehaltige Getränke greifen die Oberfläche einer Plastikflasche an. Wer also Getränke aus einer Plastikflasche konsumiert, trinkt Weichmacher, Chemikalien und Plastikpartikel Freihaus mit. Sobald Plastik in Gebrauch ist, ist das Entweichen von Giftstoffen quasi unvermeidlich…

 

Der Eindringling in unserem Körper

Sobald sich die ganzen Zusatzstoffe gelöst haben, zerfällt das Plastik in immer kleinere Teile. Und trotzdem bleibt es erhalten. Es verschwindet nicht. Plastik in Nanogröße (0,000000001) wird sogar in Kosmetika, in Zahnpasta, Peelings, Duschgels usw. eingesetzt. Forschungen haben gezeigt, dass Nanoplastik vom Körper absorbiert wird.

Es gelangt ins Zellgewebe und bleibt dort. In den Zellen erst einmal angelangt, löst es früher oder später zahlreiche Entzündungsreaktionen aus. Allergien, Neurodermitis, im schlimmsten Fall Krebs.

 

Mikro- und Nanoplastik im Meer: Bioakkumulation

Da viele der Plastikverseuchten Produkte von uns im Badezimmer benutzt werden, finden diese Kleinstpartikel ihren Weg ins Abwasser. Jedoch sind sie zu klein, als das die Klärwerke sie aus dem Wasser herausfiltern könnten. Somit gelangen sie über die Flüsse weiter ins Meer.

Und hier beginnt die Plastikepedimie globale Ausmaße anzunehmen. Die Teile sind so klein, dass viele Fische, Muscheln, Vögel sie für Plankton oder andere Nahrung halten und sie fressen.

Die Antarktis war und ist bis jetzt noch der sauberste Ort der Welt. Doch auch hier wurde bereits bei 80% der Vögel Plastik im Magen gefunden. Viele sterben daran.

Es gibt Meeresregionen, in denen sich 6mal mehr Mikroplastik als Plankton im Wasser nachweisen lässt.

Anstelle von Plankton steht nun vermehrt Plastik am Anfang der Nahrungskette. Die kleinsten Lebewesen fressen nun dieses Plastik statt Plankton. Sie werden wieder gefressen. Je weiter man an dieser Nahrungskette entlang geht, desto mehr Lebewesen mit Plastik im Körper werden verspeist. Am Ende steht u.a. der Mensch.

Dieses Phänomen nennt sich Bioakkumulation. In diesem Fall akkumuliert sich die Menge an Plastik in den Körpern.

Als ob das nicht genug wäre, wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass Plastik die Giftstoffe im Wasser an sich bindet. In Japan wurden Wasserproben und die darin enthaltenen Plastikpartikel untersucht. In den Partikeln war die Konzentration von PCB (Polychlorierte Biphenyle sind giftige und krebsauslösende organische Chlorverbindungen) 1 Million mal höher als im untersuchten Wasser.

Plastik ist ein Transportmittel für Giftstoffe. Es sind toxische Zeitbomben, die in unseren Meeren schwimmen. Und diese werden von den Meereslebewesen gefressen.

Könnt ihr den Plastikkreislauf erkennen, in dem wir uns befinden?

 

Insgesamt macht mich es traurig, welche Ausmaße das Plastikproblem bereits angenommen hat. Auch die Tatsache, dass wir es nie wieder aus den Meeren heraus bekommen werden, stimmt mich traurig.

Doch es ist wichtig, dass möglichst viele Menschen darüber aufgeklärt werden. Wenn es möglich ist die Prognose der UN, dass 2050 mehr Plastik als Fische in den Meeren sein wird, noch hinauszuzögern, dann will ich Teil dieser Lösung sein.

Wenn unsere Meere sterben, das Wasser verseucht ist, werden auch wir Menschen mit von der Bildfläche verschwinden.

Es ist eine komplexe Thematik. Aber sie liegt mir am Herzen. Mehr als alles andere. Wenn ich euch mit diesem Blogpost für das Plastikthema sensibilisieren oder zum Nachdenken anregen konnte, freut es mich. Teilt mir gerne eure Meinung mit und teilt auch gerne den Post, um noch andere Menschen aufzuklären. Das würde mich mehr als alles andere freuen.

 

Ich habe an den Festtagen hoffentlich nicht zu viele trübe Gedanken gesät.

Auf einen plastikfreieren Start ins neue Jahr 2018.

 

 

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