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Windelfrei für Spätstarter: Rückblick nach einem Jahr ohne Windel

Windelfrei für Spätstarter: Rückblick nach einem Jahr ohne Windel

Genau heute vor einem Jahr habe ich beschlossen, dass ich die Wegwerfwindel und das Wickeln meiner Tochter verabschieden will. Darum ist es Zeit euch einen Rückblick auf den Verlauf des Trocken werdens und die Erfahrungen, die ich als Mama dabei gesammelt habe, zu geben.

 

20 Monate: Frühstart zum Trocken werden?

Meine Tochter war 20 Monate alt, als ich das Projekt Trocken werden in Angriff genommen habe.

Heute stelle ich leider fest, dass es eher die Regel ist, dass Kinder noch mit 3 oder 4 Jahren eine Windel tragen. Daher ist mein Projekt in diesem Vergleich als Frühstart anzusehen.

Doch ich hatte einen guten Grund, die Windel zu verabschieden. Meine Tochter hatte regelmäßig mit Windeldermatitis zu tun. Da ich mich nicht damit abfinden wollte, dass „Kinder das in diesem Alter eben öfter haben“, habe ich nach der Ursache recherchiert.

 

Windeln fördern Windeldermatitis

Es ist eigentlich offensichtlich. Denn diese Hautkrankheit ist ja schließlich nach ihrer Ursache benannt. Doch ich sah damals das Offensichtliche nicht. Ich musste mich erst Stunden durch Blogartikel und Erfahrungsberichte lesen, bis ich es verstand.

Die einzige dauerhafte Lösung wurde mir nach und nach klar: die Windel muss weg!

 

Töpfchentraining nach Plan?

Das Ziel war nun klar. Meine Tochter sollte ihr Leben fortan ohne ihre tragbare Toilette verbringen. Nur vom Wie hatte ich überhaupt keinen Plan.

Ich war froh, als ich eine Kurzanleitung für ein liebevolles Töpfchentraining bei Julia von Windelwissen gefunden hatte. Und es gibt auch eine Reihe von Mamas, die zu diesem Training einen erfolgreichen Erfahrungsbericht verfasst haben. Also muss das doch klappen.

Ich besorgte mir diese Kurzanleitung und war voller Motivation und Hoffnung, dass meine Tochter auch mit 20 Monaten innerhalb von rund 12 Tagen trocken werden kann.

Zwei Tage hielt ich es durch, mich an die Anleitung zu halten. Dann funkte leider meine Bequemlichkeit dazwischen. Es wurde mir zu viel meine Tochter ständig zu beobachten, das Töpfchen immer Griff bereit zu haben und in der Nähe des Kindes zu sein. Denn trotz meiner Lauerstellung ging ihr Pipi die ersten zwei Tage fast ausschließlich auf den Boden.

Also ließ ich den Plan Plan sein und machte intuitiv weiter.

Windelfrei für Spätstarter Greenful Spirit
Windelfrei für Spätstarter | © Greenful Spirit

 

Nach 8 Wochen das erste Mal eine längere unfallfreie Zeit

Es dauerte 8 Wochen bis wir eine erste längere Phase ohne Unfälle hatten. Bis dahin musste ich viel wischen und waschen.

Die meisten Erfahrungsberichte, die ich zum Trocken werden gelesen habe, enden an dieser Stelle. Es wird gefeiert, dass das Kind nun trocken ist. Leider erfährt frau selten, wie es nach dem ersten Meilenstein, der ersten zuverlässigen „Pipi-Kaka-ins-Töpfchen-Zeit“ weiter gegangen ist.

Das möchte ich mit meiner Windelfrei für Spätstarter Reihe ändern. Es ist ein Langzeitbericht, wie der Verlauf des Trocken werdens individuell verlaufen kann. Mit allen Hochs und Tiefs.

Dieser Rückblick nach einem Jahr stellt meinen finalen Teil der Windelfrei für Spätstarter Reihe dar.

 

Rückschläge und Zweifel

Es gab mehr als nur einen Rückschlag. Immer wieder kamen längere Phasen, in denen nasse Hosen und leider auch Kaka in der Unterhose an der Tagesordnung standen.

Das war furchtbar. Die Zweifel nagten immer wieder an mir, ob es denn nicht doch zu früh ist, um die Windel zu verabschieden. Ganz besonders die Phase im Kindergarten mit den Stinker-Hosen fraß an meinem Nervenkostüm.

Aber das alles ging vorbei.

 

Der aktuelle Trockenstand nach einem Jahr

Mein letztes Update war vor 2 Monaten.

Seitdem hatten wir NULL Unfälle. Keine Stinker-Unfälle mehr in der Kita. Dort klappt das große Geschäft jetzt auch problemlos. Keine nassen Hosen mehr Zuhause und in der Kita. Kein nasses Bett mehr in der Nacht.

Das heißt nicht, dass Unfälle  komplett ausgeschlossen sind.

Wenn wir unterwegs sind und keine Toilette in der Nähe ist, suchen wir uns ein Gebüsch, an dem ich sie dann abhalte. Sie sagt es zu 100% an wenn sie muss. Es kommt auch schon vor, dass sie alleine ins Bad und auf die Toilette geht. Ihr Sitzverkleinerer mit Trittstufe ist so gut wie immer aufgebaut, wenn sie Zuhause ist.

 

Kein Sprint, sondern ein Marathon

Mein Fazit nach einem Jahr: Ich bin froh, dass wir durchgehalten haben. Wir brauchen gar keine Windeln mehr. Nochmal werde ich nicht glauben, dass frau ihr Kind mit einem Kurzzeit-Training dauerhaft trocken bekommt. So ein Training legt sicher einen Grundstein, auf dem man das weitere Trocken werden aufbauen kann.

Bis ein Kind an dem Punkt ankommt, an dem es sein Ausscheidungsbedürfnis in jeder möglichen Situation auch ohne Mama und Papa wahrnimmt, dauert es einfach. Trocken werden ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

Das konnte ich euch hoffentlich mit meinem Langzeitbericht verdeutlichen.

Hier endet meine Windelfrei für Spätstarter Reihe. Mein Kind ist mit 32 Monaten wirklich komplett trocken. Viele ihrer Kita-Freunde in ihrem Alter haben leider noch nicht mal damit begonnen…

 

Wenn ich euch mit meiner Berichtsreihe helfen kann, freut es mich. Lasst mir gerne einen Kommentar da und teilt den Post.

Farah

 

 

Hier geht es zur kompletten Windelfrei für Spätstarter Reihe:

 

 

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