Windelfrei für Spätstarter meine Erfahrungen Greenful Spirit

Windelfrei für Spätstarter – meine Erfahrungen

 Windelfrei für Spätstarter meine Erfahrungen Greenful Spirit
© Greenful Spirit 2017

 

Als allererstes Mal:

💚 Herzlich Willkommen auf dem Blog Greenful Spirit 💚

 

Ein paar Worte zu meiner Person, bevor ich von meinen Erfahrungen über das Trocken werden meiner Tochter berichten werde:

Mein Name ist Farah, ich bin eine 27jährige Mama einer fast 2jährigen Tochter. Studentin, Schleckermäulchen, angehende Minimalistin und Anhängerin einer nachhaltigen grünen Lebensweise. Schon zu Schulzeiten habe ich kreative Wege gesucht, um mich auszudrücken. Sei es bildnerisch oder schriftlich. Was liegt da näher als nun endlich unter die Blogger zu gehen 😉.

 

Aller Anfang ist schwer…

Als im September 2015 meine Tochter das Licht der Welt erblickte, war ich wortwörtlich noch grün hinter den Ohren. Kleine Babys? Habe ich nur mit genügend Abstand angesehen. Da war eine unterschwellige Angst, etwas an den kleinen Wesen kaputt machen zu können. Mittlerweile weiß ich, dass die Kleinen sehr robust sind und Mama so schnell nichts kaputt bekommt 😊.

Wickeln? Hatte ich zu diesem Zeitpunkt kein einziges Mal im Leben getan. Zum Glück waren da mein Mann, die Hebammen und die Krankenschwestern, die mir bei den ersten Versuchen beistanden. Ohne diese lieben Menschen hätte ich wirklich nicht gewusst, wie die Windel und das Baby aneinander gehören.

Aber eines hat sich bis heute nicht geändert: ich mag das Wickeln nicht. Es war mir von Anfang an eher lästig mein Kind ständig ausziehen zu müssen, die Ausscheidungen zu entfernen, dem Kind eine frische Wegwerfwindel anzulegen und es wieder anzuziehen. Und der ganze Müll der dabei anfällt…

Außerdem ist diese Wickelei eine ganz schön teure Angelegenheit. Wir waren gefühlt ständig in der Drogerie, weil immer irgendetwas leer war: Windeln, Stilleinlagen, Feucht- oder Trockentücher, Windelkassetten… Mama und Papa wird schließlich auch von fast allen Seiten suggeriert, dass das notwendig ist mit einem Baby.

Je älter sie wurde, desto weniger konnte auch sie das Wickeln leiden. Unsere Tochter wand und drehte sich wo sie nur konnte auf dem Wickeltisch. Ein paar Mal wäre sie uns fast herunter gefallen. Wickeln kann also auch eine sehr gefährliche Angelegenheit sein.

 

Aus der Not heraus nach Alternativen gesucht

Als meine Tochter dann eine extreme Windeldermatitis hatte, also wirklich extrem: wunder Po, offene blutige Haut usw., begann ich zu recherchieren. Das erste Mal in meinem Leben las ich Begriffe wie Stoffwindeln und Windelfrei. Neugierig wie ich bin, klickte ich die Seiten an und landete bei der lieben Julia von windelwissen.de .

Eine ganz neue Welt ging plötzlich vor meinem Mamaauge auf. Ich sog die ganzen Informationen wie ein Schwamm auf. Den wunden Po bekam ich sehr schnell weg, indem ich einfach die Windel weg ließ und eine Zink-Ringelblumensalbe dick auf die betroffenen Hautstellen auftrug. Innerhalb einer Woche war die Haut wieder gesund.

Meine Tochter war zu diesem Zeitpunkt 15 Monate alt. Julia schreibt ihrem Artikel darüber, dass frau oder auch man mit einem 18 Monaten alten Kind bereits liebevolles Töpfchentraining beginnen kann. Ich war angefixt. Allerdings war es gerade Januar und die Temperaturen alles andere als geeignet, das Kind lange unten ohne herum laufen zu lassen. Daher beschloss ich das ganze in den Sommer zu verlegen.

 

Es geht los!

Startschuss war der 01.06.2017 nachmittags nach der Tagesmutter. Seitdem trägt unsere Tochter tagsüber bei uns keine Windel mehr. Zuvor habe ich sie einige Tage bereits abends nackt durch die Wohnung rennen lassen. Es war schließlich auch sehr heiß in dieser Woche. Während dieser Tage konnte ich bereits “Pfützenerfahrung” sammeln😉.

Wir hatten 12 Tage am Stück Zuhause, da die Tagesmutter einen kurzen Urlaub machte. Ich dachte, dass dürfte reichen, um Julias Töpfchentraining durchzuziehen. Hätte es auch, wenn nicht mein mangelndes Durchhaltevermögen uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte…

Nach zwei Tagen nichts anderem zu tun, als meine Tochter mit Töpfchen überall hin zu begleiten und trotzdem noch Pfützen aufwischen zu müssen, beschloss ich nicht mehr permanent auf das nächste Pipi zu warten, sondern lieber zu wischen, wenn weder Tochter noch Töpfchen währendessen in meiner Nähe waren.

Da ich so undiszipliniert war, reichten diese 12 Tage natürlich nicht, um das Kind trocken zu legen. Aber: sie wurde sauber.

 

Keine Windeln mit großem Geschäft mehr

Ja, tatsächlich ging das sauber werden richtig schnell. Als sie das erste Mal spürte, dass sie ein großes Bedürfnis los werden muss, ist sie laut “Nein, nein, nein!” rufend durch die Wohnung gelaufen. Das war mehr als ein deutliches Zeichen.Die folgenden Male hatte sie noch Angst, da sie dieses Gefühl vorher nie richtig wahrgenommen hatte, wenn der Darm drückt. Sie wollte nicht sitzen bleiben und brauchte noch Ablenkung. Ich hatte für die erste Zeit immer ihr Lieblingsbuch in der Nähe des Töpfchens liegen.

Da unser Kind in mehreren Intervallen (zwei bis drei Mal mindestens bis sie fertig ist) ihr großes Geschäft erledigt, und wir das zu Beginn noch nicht wussten, hatten wir auch einige Häufchen auf dem Laminat und den Fliesen zu entfernen. Aber nun gut, es ist ja schnell mit Toilettenpapier entfernt und mit einem Lappen sauber gewischt😉.

Nach drei Wochen hatten sie und wir den Dreh komplett raus und seitdem landet das große Geschäft immer schön im Töpfchen. Das war eine richtig große Erleichterung für meinen Mann und mich. Denn keiner von uns wechselte gerne eine stinkende Windel.

 

Der lange Weg zum Trocken werden…

Sie war jetzt sauber. Aber die Pfützen hörten einfach nicht auf… Nach ca. einer Woche sah sie kurz an sich runter, bevor sie los pinkelte. Reaktionzeit für mich: zwei Sekunden. Definitiv zu wenig, um den Blick wahrzunehmen, das Töpfchen zu schnappen und das Kind drauf zu setzen. Ich muss noch ergänzen, dass wir sie Zuhause untenrum nackig ließen. Anders hätte ich es gar nicht mitbekommen, wenn sie Pipi muss.

Ich lernte schnell die Standardsituationen, wann sie IMMER muss: direkt nach dem Mittagsschlaf (währendessen ist sie von Anfang an trocken), wenn wir unterwegs waren und nach Hause kommen. Das war es aber auch schon mit den Orientierungshilfen für Mama.

Unterwegs war sie quasi auch von Anfang an trocken. Nur bei Oma hatten wir bisher 2 Pipiunfälle. Sie hat nie im Auto, nie beim Einkaufen oder beim Spazieren eine nasse Hose gehabt.Als wir Mitte Juli 2017 einen Ausflug in den Zoo für drei Stunden gemacht haben, habe ich beschlossen, es ohne Windel zu versuchen. Also habe ich einen Berg Wechselkleidung (ALLE ihre Hosen und noch ein paar Oberteile) eingepackt. Und was hat sie davon gebraucht? Gar nichts.

Ich habe ihr unterwegs auch ein Mal ihr Töpfchen in die Toilette gestellt. Sie wollte einfach kein Pipi machen. Erst als wir wieder Zuhause waren, ging sie auf ihr Töpfchen.

 

Strategiewechsel und erste Erfolge

Das war für mich der Punkt, an dem ich gesagt habe: sie kann ihr Pipi kontrollieren. Sie will Zuhause nur nicht, weil Mama die Pfütze aufwischt, das Kind wäscht und gut ist. Das hat mich zugegeben auch innerlich sauer werden lassen. Ich überlegte mir eine andere Strategie, wie ich unserer Tochter klar machen konnte, dass es viel angenehmer ist, das Pipi ins Töpfchen und anschließend in die Toilette verschwinden zu lassen.

Erster Schritt: nicht mehr nackig untenrum, sondern Hosenpflicht. Tja, nun hatten wir zwar keine Pfützen mehr, aber unsere Waschmaschine war jetzt fast im Dauereinsatz. Denn so bekam ich es noch weniger mit, wenn sie los pinkelte. Jedoch: unser Kind rief “Nass!” und wollte die nasse Hose los werden, sobald sie einen Pipiunfall hatte. Das war für mich bereits ein erster Erfolg.

 

Der Pipi-Durchbruch

Mit der Zeit fiel mir zunehmend auf, dass sie oft Pipi machte, wenn mein Mann oder ich auch zur Toilette gingen. Das war Ende Juli 2017. Ab dem 28.07.2017 haben wir sie immer mitgenommen, wenn wir auch zur Toilette gingen. Und siehe da: sie machte fast immer mit uns zusammen ihr Pipi und die nassen Hosen reduzierten sich seitdem von ca. 6 auf 1 bis maximal 2 am Tag.

Gleich am nächsten Tag machten wir einen Ausflug in einen Freizeitpark. Ohne Windel. Die Fahrt dauerte etwas über eine Stunde. Zweimal rief sie “Kacka!”. Ein Mal hielten wir an und sie machte auch ihr Pipi (Sie ruft immer “Kacka”, egal ob es ein großes oder kleines Geschäft ist 😉). Das zweite Pipi hielt sie bis zur Ankunft auf dem Parkplatz zurück. Keine Panne.

Ich ging an diesem Morgen drei Mal mit ihr zur Toilette sie erledigte ihr Pipi zuverlässig ins Töpfchen.

Nach dem Mittagsschlaf im Buggy setzte ich sie auf ihr Töpfchen. Auch hier blieb sie Pannenfrei.
Ihr großes Geschäft meldete sich dann auf einem Spielplatz. Nun ja, was muss, das muss 😄. Wir haben uns um sie herum gestellt, damit sie zumindest etwas Privatsphäre dabei hatte. Eine Rolle Toilettenpapier habe ich ja sowieso immer mit dabei, seit wir das Projekt Trocken werden gestartet haben.

Erst am Abend hatte sie eine Pipipanne, als sie an einem Brunnen gespielt hat. Doch das konnten wir verschmerzen. Wir waren alle soooo stolz auf unsere kleine Maus.

Seitdem ist wieder etwas Zeit vergangen und sie sagt jetzt tatsächlich jedes Mal Bescheid, wenn sie tagsüber muss.

 

Aktueller Stand: tagsüber trocken

Wir sind jetzt soweit, dass wir sagen unsere Tochter ist tagsüber trocken. Dieser Lernprozess dauert natürlich noch an, aber den anstrengensten Teil haben wir in rund 2 Monaten hinter uns gebracht.Ich stimme Julia von windelwissen.de zu: jedes Kind kann unter 3 und sogar unter 2 Jahren trocken werden. Es hängt nur von den Eltern ab, ob die Kinder auch eine Chance bekommen, es liebevoll lernen zu dürfen.

Nachts brauchen wir nach wie vor noch Windeln. Eine Windel am Tag ist doch eine ganz gute Bilanz, findet ihr nicht? Da unsere Tochter allerdings noch 4 Mal und mehr “Kacka!” ruft mit Windel am Po, weil sie nochmal Pipi muss, bis sie einschläft, werde ich die Wegwerfwindeln noch aufbrauchen und mir drei Stoffwindeln zulegen. Die dürften für unsere Bedürfnisse ausreichen.

So, dass war mein ausführlicher Erfahrungsbericht, wie wir tagsüber von den Windeln losgekommen sind. Unser Kind ist jetzt 22 Monate alt und immer noch am Lernen. Wir sind zuversichtlich, dass auch bald die eine nasse Hose am Tag Geschichte ist 😊.

Das Töpfchen ist derzeit unser Dauerbegleiter. Es wird wohl noch eine Zeitlang dauern, bis sie die große Toilette benutzen wird. Aber hey: wir haben alle Zeit der Welt dafür.

Ich konnte euch hoffentlich etwas weiterhelfen oder auch inspirieren eurem Kind eine Alternative zur Windel für die nun mal existierenden Ausscheidungsbedürfnisse anzubieten. Weg mit der Windel und das Kind einfach lernen lassen 😜.

Lasst mir gerne ein Kommentar da, erzählt mir eure Geschichte oder eure Gedanken zu diesem Thema. Ich freue mich, mich mit euch auszutauschen.

Viele liebe Grüße
Farah

 

 

Hier geht es zur kompletten Windelfrei für Spätstarter Reihe:

 

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8 Gedanken zu „Windelfrei für Spätstarter – meine Erfahrungen

  1. Geil, voll schön das gelesen zu haben. Wir haben mit dem 2. Lebensmonat gestartet, da waren die Pipizeicjhen schon weg, auch weils unser erstes Kind ist und wir immer angst hatten was akputt zu machen. Wir hatten immer wieder Phasen wo es gut und wo es kaum geklappt hat. Im Februar ist er Eins geworden und war vorher und danach erkältet und hatte zusätzlich Durchfall. Seit Februar halten wir kaum noch ab und alles geht in die Windel. Nach diesem tollen Beitrag bin ich wieder top motiviert. Danke

    1. Hallo, danke dir :-). Es freut mich, wenn du Windelfrei erneut versuchen willst. Leider erlebe ich oft, dass viele Eltern denken ihr Kind muss, wenn es ans Thema Trocken werden geht, gleich perfekt sein. Aber genauso wie Laufen und Sprechen ist das Trocken werden ein längerer Lernprozess mit Höhen und Tiefen.Ich wünsche dir viel Erfolg bei eurem erneuten Windelfrei-Start.

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