Mama sein
Windelfrei für Spätstarter – Update nach 10 Monaten ohne Windel

Windelfrei für Spätstarter – Update nach 10 Monaten ohne Windel

 Hallo miteinander,

Zurzeit dreht sich auf dem Blog alles um das Thema Plastik. Auch Wegwerfwindeln bestehen aus Kunststoff. Sie verschwenden also Ressourcen (Erdöl, Energie und Wasser), werden mit Chemikalien behandelt und produzieren einen riesigen Berg an Müll bis ein Kind im heutigen Deutschland keine Windeln mehr braucht. Windelfrei für Spätstarter Update nach 10 Monaten.

Das und die Tatsache, dass Wegwerfwindeln der absolute Horror für die empfindliche Babyhaut sind (Das hat meine Tochter am eigenen Leib erfahren. Windeldermatitis ist eine Krankheit, die ihre Ursache in den Wegwerfwindeln hat.), hat mich dazu veranlasst meine Tochter mit 20 Monaten von der Windel zu befreien.

 

“Große” Probleme in der Kita

Mein letztes Windelfrei Update liegt jetzt fast ein halbes Jahr zurück. Daher finde ich, ist es an der Zeit euch auf den neusten Stand zu bringen.

Nachdem die ersten 3 Wochen in der Kita wirklich reibungslos verliefen, begann eine Zeit der Unfälle. Meine Tochter brachte mindestens eine nasse Hose am Tag von der Kita mit nach Hause. Das fand ich jetzt nicht so schlimm.

Dann setzte eine Phase nach etwa 2 Monaten Kitazeit ein, die ich bis heute noch nicht verstehe. Meine Tochter begann zwar Bescheid zu sagen, wenn sie Pipi musste (und trotzdem gab und gibt es hin und wieder noch nasse Hosen), aber sie machte ihr großes Geschäft einfach in die Hose.

Nach rund 3 Wochen fast täglicher Stinkerhose kam ihre Bezugserzieherin auf mich zu. Wir mussten irgendwie eine Lösung finden. Denn so war es für alle Beteiligten eine Zumutung.

Windeln wollte ich nicht. Aber nach zwei Gesprächen mit der Erzieherin einigten wir uns auf Windelslips (was leider auch Windeln sind), die sie ihr nach dem Mittagessen anziehen wollte.

Tja, was soll ich sagen? Die Male, die das große Geschäft tatsächlich in den Windelslip gingen, kann ich an einer Hand abzählen. Entweder schaffte meine Tochter es ihr Kaka Zuhause in die Toilette zu machen oder es ging in der Kita in die Hose

 

Krank Zuhause als Fortschritt für die Kita?

Wir hatten in den letzten 2 Monaten ständig Phasen, in denen sie 1 bis 2 Wochen krank Zuhause bleiben musste. Magen-Darm, Bronchitis, Fieber… Seit sie in die Kita geht, hört das irgendwie gar nicht mehr auf. In diesen Phasen ist Zuhause alles in die Toilette gegangen.

Vor Ostern kam dann die Erlösung. Ihre Bezugserzieherin hat mir nachmittags beim Abholen ganz stolz berichtet, dass meine Tochter das erste Mal ihr großes Geschäft in die Kitatoilette verrichtet hat. Ich habe mich auch riesig gefreut. Leider war Töchterchen am nächsten Tag aber wieder krank.

Ich vermute, dass sie andere Kinder in ihrem Alter und sogar Ältere beim Wickeln beobachtet hat. Sie hat mir davon erzählt und wollte das spielerisch auch. Sie hat Zuhause sogar ihrem Teddy ihre Stoffwindel angezogen und Wickeln gespielt. Ob sie das auch auf sich selbst projiziert hat, kann ich nur mutmaßen.

Klar ist, dass meine Tochter verstanden hat, dass das Ausscheidungsbedürfnis eine endlose Geschichte ist und keine Spielerei. Wenn sie Zuhause spielt, kommt irgendwann der Ruf “Ich muss dringend Pipi” und sie geht ins Badezimmer.

 

UPDATE 13.04.2018: Heute hat uns ihre Bezugserzieherin bestätigt, dass Töchterchen sich jetzt auch regelmäßig meldet, wenn sie groß auf die Toilette muss. Wir haben es also geschafft diese Hürde zu überwinden.

 

Nachts trocken

Obwohl wir dieses große Problem in der Kita hatten, hat unsere Tochter am 2. Weihnachtsfeiertag 2017 beschlossen, dass sie gar keine Windel mehr braucht. Besser gesagt ihre Nachtwindel war morgens 3 Tage in Folge komplett trocken, so dass wir beschlossen haben, es ohne die Nachtwindel zu versuchen.

Sie ist am ersten Abend ohne Windel nachts aufgewacht, hat “Pipi!” gerufen und wir sind zur Toilette gegangen. Danach hat sie problemlos weiter geschlafen. Die nächste Nacht hat sie das wiederholt. Die 3. Nacht hat sie das ERSTE MAL im ihrem Leben überhaupt komplett durchgeschlafen und ist erst gegen 7 Uhr morgens aufgewacht und gleich zur Toilette. Ich war wirklich erstaunt. Die 4. Nacht war das erste Mal das Bett nass. Das hat sich dann noch 2 weitere Nächte wiederholt.

Es folgte eine Phase, in der sich trockene Nächte mit und ohne Toilettengänge mit Unfallnächten abwechselten. Wir hatten sogar eine Woche, in der 6 Tage hintereinander das Bett nass war. Das war trotzdem kein Grund für uns ihr wieder eine Windel anzuziehen. 

Mittlerweile sind wir seit gut 4 Wochen unfallfrei. Unsere Tochter geht vor dem Einschlafen nochmal zur Toilette. Entweder sie schläft durch oder wird nachts ein Mal wach um Pipi zu machen. Generell haben wir auf den Matratzen einen Nässeschutz liegen. Achja, wir schlafen noch im Familienbett.

 

Wenn sie doch mal wieder einen Unfall haben wird, sehen wir das ganz locker. Schließlich ist trocken werden auch ein Lernprozess und je länger geübt und wiederholt wird, desto sicherer wird sie. Die Fähigkeiten zu Laufen und zu Sprechen entwickeln sich ja auch immer weiter.

 

Unsere Geschichte und der Verlauf des Trocken werdens ist keine Blaupause für andere Kinder. Es ist lediglich ein Erfahrungsbericht, der zeigt, dass auch Kinder unter 3 Jahren lernen können, was ihr Ausscheidungsbedürfnis ist und wie sie damit umzugehen haben.

Sollten weitere Kinder unsere Familie vergrößern, werde ich auf jeden Fall keine Wegwerfwindeln aus Plastik mehr verwenden. Ich werde dann wohl eine Kombination aus Windelfrei und Stoffwindeln anstreben. Denn ich möchte so wenig Plastikmüll wie möglich produzieren. Das habe ich versprochen.

 

Wenn euch der Post gefallen hat, lasst mir doch gerne einen Kommentar da oder teilt den Beitrag. Ich wünsche euch noch frohe Ostern und eine schöne Zeit mit euren Liebsten.

 

 

Hier geht es zur kompletten Windelfrei für Spätstarter-Reihe:

 

 

Hat Dir der Artikel gefallen? War er hilfreich? Wenn ja, dann gib mir doch eine Tasse Kaffee aus und crowdfunde somit meinen Blog (-:

Buy me a coffee
Buy me a coffee

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.