Zero Waste Weihnachten Greenful Spirit

Zero Waste durch die Festtage?

Hallo zusammen,

heute in einer Woche ist Heiligabend. Noch nie zuvor habe ich als Erwachsene die Weihnachtszeit so intensiv erlebt. Von ihrer stressigen Seite. Ich bin ehrlich froh, wenn der Weihnachtszauber verflogen ist, und es wieder ruhiger, der Backofen von der Plätzchenbäckerei erlöst wird und der Weihnachtsmann samt Deko in der Mottenkiste verschwinden darf. Bis in einem Jahr.

Auch wenn ich auf der Weihnachtswelle mitsurfe, möchte ich das Fest so nachhaltig wie möglich gestalten.

 

Weihnachten: Hochkonjunktur für Müll

Das Märchen des deutschen Recycling-Weltmeistertitels glaubt hier hoffentlich keiner mehr, der hier den Blog regelmäßig verfolgt. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Deutschland produziert 218 Kilogramm!!! Plastikmüll pro Kopf und Jahr. An Weihnachten steigt das Müllvolumen nochmal um etwa 20 bis 30 Prozent. Hauptsächlich durch das viele Einweg-Geschenkpapier.

Dabei gibt es so viele Möglichkeiten, Geschenke (nicht) zu verpacken, so dass kein zusätzlicher Müll entsteht.

 

Tipps, um Müll an den Festtagen zu vermeiden

Fangen wir mit den bereits erwähnten Geschenkverpackungen an.

 

Gar keine Verpackung

Für die Minimalisten unter Euch: Die beste Verpackung ist gar keine Verpackung. Es reicht, wenn Ihr das Geschenk in einen Stoffbeutel packt, damit es nicht gleich gesehen wird. Zur Bescherung könnt Ihr es dann ohne viel Schnickschnack an die Empfänger übergeben.

So habe ich es z.B. letztes Jahr mit den Marmeladengläsern gemacht.

 

Upcycling

Dieses Jahr verwende ich die letzten Reste Geschenkpapier, die ich noch habe. Neues werde ich nicht mehr kaufen. Außerdem habe ich noch jede Menge Kartons mit diesem dicken, braunen Transportpapier im Keller. Davon habe ich einiges hervor geholt, meiner Tochter und mir bunte Stifte in die Hand gedrückt und dann haben wir gemeinsam das Papier verschönert.

Zero Waste Weihnachten Greenful Spirit
Verwenden, was man schon besitzt. Das gilt auch für Geschenkverpackungen | © Pixabay, Nietjuh

 

Oder falls Ihr Zeitungspapier Zuhause habt (bei mir ein Relikt der Vergangenheit, seit der „Bitte keine Werbung“-Aufkleber von wiado.de seine Arbeit macht), könnt Ihr das als Geschenkpapier nutzen.

So erhält das Geschenkpapier eine persönliche Note. Außerdem werde ich einige der Kartons auch als Geschenkboxen nutzen und sie auf die gleiche Weise wie das Papier verschönern. Die Boxen können von den Empfängern auch weiter genutzt werden, wenn sie das wollen.

 

Mehrweg-Verpackungen

Die Kartons sind eine Form der Mehrweg-Verpackungen. Weiterhin gibt es noch Geschenktaschen aus Papier oder Filz mit Weihnachtsmotiven. Über die Jahre habe ich viele davon gesammelt und werde sie dieses Jahr wieder verwenden. Geschenk rein, fertig. Kein zusätzliches Schmücken. Die Tasche kann der Empfänger behalten und bei nächster Gelegenheit selbst weiter schenken.

Die müsst Ihr nicht unbedingt kaufen. Es gibt jede Menge Bastelanleitungen dazu im Worldwideweb. Bitte vorrangig mit Materialien, die Ihr schon Zuhause habt.

Zum Verpacken eignen sich auch bunte Tücher und Schals. Diese könnt Ihr mit verschenken oder nach dem Auswickeln wieder an Euch nehmen. Oder große Stoffreste, wenn Ihr solche Zuhause habt.

 

Die Sache mit dem Weihnachtsbaum…

Eine weitere Müllquelle an Weihnachten, die viele wahrscheinlich gar nicht auf dem Schirm haben, ist der Weihnachtsbaum. Bis dieses Jahr hatten wir noch nie Einen. Jetzt wohnt eine etwa 1 Meter hohe Nordmanntanne im Blumentopf bei uns.

Warum ich das erwähne? 30 Millionen Weihnachtsbäume werden pro Jahr verkauft – um über eine kurze Zeit als Dekoartikel zu dienen und anschließend weggeworfen zu werden. Nachhaltigkeit? Nicht vorhanden. Die Tannen stammen meist aus bedenklichen Monokulturen und/oder werden aus anderen Ländern importiert. Beim Fest der Liebe den Sterbeprozess eines Baumes zu beobachten, der eigentlich in den Wald und nicht ins Wohnzimmer gehört, ist mehr als paradox. Quelle: Animals United über Facebook

Zero Waste Weihnachten Greenful Spirit
Bäume werden an Weihnachten wie Wegwerfprodukte behandelt | © Pixabay, _Alicja_

 

Wie viel Sinn macht es, Bäume zu züchten, nur um sie abzuschlagen, zu schmücken und sie nach vier Wochen wegzuwerfen? Wir brauchen lebende Bäume, die uns Sauerstoff zum Atmen geben. Sie sind außerdem Heimat vieler Vögel, Insekten und anderer Tiere. Mit jedem geschlagenen Baum verlieren sie ihr Zuhause.

Wenn meine Tochter nicht wäre, hätten wir Zuhause immer noch keinen Weihnachtsbaum. Ich bin froh, dass für meinen Mann keine geschlagene Tanne in Frage kam. Da hätte ich mich geweigert. Erst wollte er einen Kunststoffbaum, aber Ihr kennt meine Einstellung zu Plastik.

Für mich ist es die nachhaltigste Lösung, den Baum im Blumentopf zu behalten, ihn im Frühjahr in einen größeren Topf zu pflanzen, ihn zu pflegen und nächstes Jahr einfach einen größeren Baum zu haben. Und bisher hat das Bäumchen kaum Nadeln verloren.

Zum Abschluss will ich ein Video mit Euch teilen, in dem Gittemary Johansen ihre besten Tipps für nachhaltige Festtage teilt:

Ich finde es sehr sehenswert und Gittemary ist eine sehr inspierende Zero Waste Bloggerin und You Tuberin. Schaut es Euch an.

 

Wenn Ihr noch kurzfristig nach nachhaltigen Geschenkideen sucht, habe ich hier ein paar Ideen für Euch.

Habt Ihr Euch schon Gedanken darüber gemacht, wie unnachhaltig Weihnachten eigentlich ist? Ich hoffe, dass ich Euch dazu inspirieren konnte, dass Ihr auch mit weniger Müll und Schnickschnack ein schönes Fest feiern könnt.

Ein kleiner Spoiler: Am Samstag wird es einen Gast-Schlemmer-Samstag von VegaMuk geben. Das ist auch eine Überraschung für mich und hat sich erst heute Morgen ergeben. Michaela hat zwei wunderbar weihnachtliche Rezepte für Euch vorbereitet. Ich freue mich schon drauf.

An Heiligabend wird Herr Nachhaltig ein letztes Mal für dieses Jahr die Blogbühne betreten. Dann heißt es auch mich: Weihnachtspause. Wir lesen uns dann in neuer, alter Frische in 2019 wieder.

So, genug der Vorschau. Lasst mir gerne einen Kommentar da, teilt den Beitrag und kommt gut in die neue Woche.

Farah

 

 

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